Bäcker-Outfit

Wenn der Püppi beim Uffräume, Butze und Staubsauge isch, dann sieht des aus, wie ein Besen. Und morgens direkt nach dem Aufstehen gibt es natürlich noch eine Steigerung. 

Bei Püppi´s Äußerem handelt es sich mitnichten nicht nur um eine gemütliche Jogger-Hose, Gammel-Shirt oder Lockenwickler in 12 Atomfarben... neeeeeein, beim Hausputz oder direkt nach dem Aufstehen sehe ich aus wie der Urknall in Person. Wie kann man nur so schlimm aussehen? Ich schäme mich. Manchmal.

 

Hier eine milde Beschreibung von mir:

  • 3-Stunden-einwirkende selbst kreierte Gesichtsmaske aus Bier, Honig und ganz viel Hanf (macht der Püppi unglaublich schäää). Falls die Bullen jetzt mitlesen sollten... es handelt sich hierbei um Hanf-Extrakt... hab´ ich auf der Verpackung gelesen... die habe ich auch nicht mehr... weil das ein Geschenk war... von einem Passanten auf der Straße... einfach so. Also ich kann´s echt nicht mehr nachvollziehen. Vielleicht ist es ja auch gar kein Hanf sondern Hafer.
  • Die Jogger-Hose ist bis unter die Achseln hochgeschnürt, da sie zu groß ist. Aber sie ist sooo bequem und gibt mir mit ihrem beruhigendem Camouflage-Muster ein sicheres Gefühl.
  • Auf meinem T-Shirt ein Print mit einem koksenden Panda mit Leoparden-Fell. Jetzt bitte keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ich wollte mir irgendwann mal ein schönes T-Shirt in meiner Größe kaufen und in ganz Wiesbaden gab es nur dieses eine.
  • Meine Frisur. Es gibt Frauen, die wünschen sich mehr Volumen. Könnt ihr haben...! Weint danach aber nicht...
  • Püppi´s Hauspuschen bilden das absolute Highlight. Man bekommt beim Angucken eine schicke 5-Minuten-Lähmung. Garfield lässt grüßen.
  • Pickel. Ganz wichtig. Trotz einer dicken Schicht Hanfmasse Hafermasse auf dem Gesicht lugt irgendwo ein dicker Pickel hervor. Verdammt... ich stehe kurz vor der Rente und habe solche Probleme. 
der Püppi | ROCK IN DA BLOG
der Püppi | ROCK IN DA BLOG

Das Schöne ist, dass fast an allen Wochenenden sog. Geisterbahn-Gipfeltreffen mit eben solchen Ausrutschern stattfinden. Auf ganz natürlichem Wege, nämlich morgens beim Bäcker. Es ist überhaupt kein Problem, dort in dieser Zeit so anzutanzen. Mittags sieht das Ganze schon anders aus. Da spüre ich die verachtenden Blicke aller schicken Geschäftsleute, aufgebrezelten Hausfrauen und Möchtegern-Fashion-Blogger. Aus der Nummer mit einem ich-bin-gerade-beim-Putzen oder ich-habe-letzte-Nacht-durchgemacht komme ich nicht mehr raus. Das zieht nicht. Ich werde mit den Blicken gestraft als hätte ich alle Pandas dieser Welt ausgerottet. Sogar die Bäckereifachbackwarenverkäuferinnen mutieren plötzlich zu Karl Lagerfeld*-Fans, mustern mich abfällig von oben bis unten, sind kurz angebunden und wünschen allen einen schönen Tag - nur mir nicht. Jetzt überlege ich, ob ich nicht mal an einem Sonntagmorgen im Gala-Outfit Brötchen besorgen soll. Vielleicht fährt mich noch irgendein Lakai in weißer Stretch-Limo vor die Backbude. Mit viel Tamtam wie bei einer Oscar-Verleihung. Zuerst bestrafe ich jene, die hinter mir im Gängsta-Look eine Warteschlange bilden und frage nach ganz komischen Sachen wie Bio-Brötchen mit Weizen aus Angola, 4-fach geschrotet, mit extra viel Geschmacksverstärker. Oder Leinsamen-Baguette aus 100 % Tofuweizen südkoreanischer Herkunft. Und wenn die Ersten anfangen zu stöhnen, beginne ich mit dem Karl Lagerfeld-Fanclub über Fairtrade zu diskutieren. So!

 

*Zitat von Karl Lagerfeld: "Wer eine Jogging-Hose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."

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