Haushaltsschmerzen

„Im Haus/Haushalt passieren die schlimmsten Unfälle“ – heißt es. Meine persönliche Definition lautet: „Im Haus/Haushalt passieren (mir) die dümmsten Unfälle“. 

der Püppi | ROCK IN DA BLOG
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Nachts zum Beispiel, wenn ich – obwohl ich sooo tief und fest schlafe – in die Keramikabteilung muss. Vom Bett bis dahin sind es ca. 10 Schritte. Aufstehen, hinkriechen, Freudentanz aufführen, Hände waschen, zurückkriechen, Bett knapp verfehlen… mit dem kleinen Zeh! Jeder kennt diesen Schmerz und den Wunsch, sich in diesem Augenblick das ganze Bein zu amputieren.

 

Dann gibt es böse Messer, die etwa 1.000 Jahre alt und stumpf sind. Wegschmeißen kommt natürlich nicht in Frage, falls ich mir eines Tages damit sachte das Bein amputieren will. Jetzt kommen Killertomaten ins Spiel. Weiche natürlich. Statt das tolle scharfe Samuraischwert (ein echtes sog. „Tomatenmesser“) aus der Geschirrspülmaschine zu kramen, brauche ich den absoluten Nervenkick. Die Tomate wird angegriffen und zerfetzt. Zunächst passiert nicht viel… der halbe Finger ist aufgeschlitzt und kann sich nicht entscheiden, ob er bluten soll. Der Schmerz tritt erst nach einer halben Minute ein. Bis dahin sollte jeder aufgehört haben, weiter zu schneiden, denn fließt erst mal frischer Tomatensaft in die Wunde, fühlen sich Zahnschmerzen im Endstadium dagegen richtig geil an.

 

Einen Tag später fällt mir siedend heiß ein, dass eine Freundin Geburtstag hat und ich noch keine Geschenke organisiert habe. Naja, so wichtig kann die Freundin nicht sein, denn sonst stünde dieses Ereignis im Kalender. Jedoch hat sie mir auch mal was geschenkt, also begebe mich in Lebensgefahr. Ich entscheide mich für eine selbstgemachte Zitronencreme. Natürlich bin ich nicht lebensmüde und versorge meine Tomatenwunde vorsorglich mit einem Wunderpflaster, das 4.000 Meter unter dem Meeresspiegel haften soll. Eines versichere ich: Dem ist nicht so. Nach dem Auspressen der ersten Zitrone sehne ich mich nach einem Wadenkrampf, einer Mittelohrentzündung und Durchfall.

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